Geschrieben von Robert on Dezember 20, 1999 at 18:56:09:
Als Antwort auf : Masterkeyboard oder Synthesizer zum Einspielen in den PC? geschrieben von Bernd on Dezember 20, 1999 at 09:59:26:
: Ich (Anfänger im Bereich PC-Musik) möchte mit dem PC Musik machen. Durch Mauseingabe - allerdings sehr umständlich und mechanisch klingend - lassen sich sich ja mit einem Sequenzerprogramm Songs erstellen.
: Was ist zum Einspielen eigentlich besser geeignet - ein Masterkeyboard oder ein Synthesizer mit MIDI-IN/OUT? Muss wie bei einigen Yamaha-Modellen ein TO-HOST-Anschluss vorhanden sein?
: Welche Geräte sind erfahrungsgemäß dafür geeignet?
: Ist ein Diskettenlaufwerk im Keyboard sinnvoll, wenn ich die Musik im PC bearbeiten möchte und Klänge auch über den PC bereitstellen möchte?
: Kann man über den Sequenzer die MIDI-Instrumenten-Files des PCs dem Keyboard zuweisen und dann Einspielen, anstelle dies mit der Maus zu tun?
: Herzlichen Dank für Ihre/deine Bemühungen und Zeit
Hallo Bernd!
Ob Du einen Synthy oder ein extra MasterKeyboard benutzen willst ist schlicht und einfach Geschmackssache und hängt natürlich auch vom Geldbeutel ab.
Bei einem Sythy mit Tastatur, bekommst Du eben noch die ganze Klangerzeugung mit dazu während das Masterkeyboard ausschließlich MIDI (also Steuerdaten) sendet.
Diese Klangerzeugung kannst Du dann natürlich mitbenutzen beim Musik machen, wobei Du das ganze so einstellen solltest, daß Dein "Masterkeyboard-Synth" die MIDI Daten,
die Du beim Spielen auf der Tastatur erzeugst, erst mal nur über den MIDI Out an Deinen Computer mit Sequencer Programm rausschickt (Am Synth "MIDI Local Off" einstellen)
Dann kannst Du im Sequencer sehr einfach auf alle möglichen Klangerzeuger routen, wenn Du willst auch wieder auf diesen Synth. Wenn Du dann eine Idee entwickelt hast,
mußt Du nur noch auf Aufnahme drücken und sie einspielen.
Alle weiteren Klangerzeuger würde ich dann so weit als möglich im 19 Zoll Format ohne Tastatur anschaffen, sonst wirds bald eng..
Reine Master Keyboards haben halt oft eine sehr schöne Tastatur, oftmals gewichtet, oder sogar mit Hammermechanik; kommen dem Spielgefühl auf einem echten Klavier also
schon sehr nah. Ist natürlich auch die Frage, ob man das überhaupt will. Ich bevorzuge z.B. nicht gewichtete Tasten, wichtig ist mir nur, daß die Achse "um" die sich die Taste bewegt
nicht gleich da ist, wo der sichtbare Bereich der Taste endet, sondern tiefer im Gerät liegt. Dadurch wird die nötige "Kraft" die man braucht um die Taste herunter zu drücken nicht
plötzlich mehr, wenn man weiter "in die Tasten hinein" geht (also schwarze Tasten mitbenutzt). Sehr gut ist das z.B. bei den meißten KORG Synthies und älteren ROM Playern (ab M1 T1/2/3)
Mir ist das Spielgefühl damit sogar lieber als das auf einem "echten" Piano, weil es mir weniger "träge" erscheint. Das ist also Geschmackssache einfach im Geschäft anspielen und Zeit nehmen!!!.
Der Vollständigkeit halber: So manches neuzeitliche Elektrische Piano für zu Hause (z.B. YAMAHA) hat neben der wirklich täuschend "echten" Tastatur nicht nur den
nachbarschonenden Kopfhöreranschluß, der im Geschäft gern vermarktet wird, sondern neben seinen oft sehr schönen Klavier und Streichersounds auch noch einen MIDI IN und OUT.
Das wird dann aber sogar noch teuerer als ein reines Masterkeyboard.
Was die To Host Schnittstelle betrifft: Sie kann alles was eine MIDI Schnittstelle auch kann. z.B. auch Echtzeitsteuerung von Controllern. Mit MIDI muß man da aber aufpassen, daß
nicht z.B das Timing einer 16tel HiHat aus dem Ruder läuft. Solche Echtzeit Controllerdaten kann man dann über die To Host Schnittstelle laufen zu lassen, das könnte Abhilfe schaffen.
Selber hab ich sowas aber nicht und bin mir sicher, daß die Hersteller da auch noch ein bischen was im Sack haben, z.B. um einem kleinen unübersichtlichen Klangerzeuger eine gute
Benutzeroberfläche im Computer zu verpassen. Wie gesagt, daß wüßte ich aber über MIDI auch zu lösen....
Noch was zu MIDI: Je nach Vorhaben und Anzahl der Klangerzeuger wird es bald sinnvoll, ein MIDI Interface mit mehreren unabhängigen MIDI Outs zu haben, das verbessert das Timing
komplexerer Produktionen sehr (gibts für allen Plattformen ab ATARI aufwärts). Vorausgesetzt die Klänge werden dann auch von ebensovielen Sythies und Samplern erzeugt...
Und noch was: Für so gut wie alle Musikstile, die mit Hilfe von Sequencern und daran angeschlossenen Klangerzeugern erzeugt werden gilt: Ein Sampler mit halbwegs genügend
RAM (z.B 24 MB) bringt hier erst mal 70-80% der Butter aufs Brot. Mit etwas Geschick bringt man damit also schon mal ein richtig gutes Arrangement zusammen, daß man dann
mit Sounds aus zusätzlichen spezielleren Synthis garniert, oder zu dem dann, am Besten ins Hard Disk Recording unter dem gleichen Sequencerprogramm, Audiospuren mit zusätlichen
Instrumenten und Gesang aufnimmt.
Ein Diskettenlaufwerk ist in einem Synth eigentlich immer sinnvoll, genauso wie im Sampler das ZIP (o.Ä.) und wie im Hard Disk Recording der CD Brenner. Denn irgendwann sind auch im
Synthy alle Presets voll und dann muß man die Daten "DUMPEN", sprich per MIDI die EINSTELLUNGEN an einen Sequencer übertragen (Der muß dann auf Tempo 60 aufnehmen und vorher muß
man darauf achten, daß für den MIDI IN im Sequencer nicht die "SysEx" (System Exclusiven) Daten gefiltert werden. Außerdem müssen für diese Aktion der MIDI OUT des
Synthie mit dem MIDI In des Sequencer verkabelt werden UND umgekehrt auch, sonst wirds nix)
Ziemliche Aktion also, da lob ich mir Synthies "mit Schlitz" die Dikette legt man dann einfach zur ZIP und der CD-R und den Notizen dazu und man hat alles für späteres Wiederaufwärmen beisammen...
Das was Du "...über den Sequenzer die MIDI-Instrumenten-Files des PCs dem Keyboard zuweisen..." nennst, scheint eine kleine Verwechslung... weswegen ich schon mal vermute, daß Du den Logic Sequencer
hast. Deshalb weil dort allen Programm Nummern Instrumente zugeordnet sind (entsprechend dem sog. GM (General MIDI) Standard) und im Logic sind sie auch noch mit hübschen Bildchen versehen.
Alles was aber passiert, wenn Du so einen "Sound" aufrufst, ist, daß ein MIDI Program Change mit der entsprechenden Programm Nummer ausgegeben wird. Ist am anderen Ende der Leitung zufällig ein
GM-Synthy, dann hörst Du tatsächliuch den entsprechenden Sound (je nach Gerät gut oder schlecht) aber falls Du (IN DIESEM SYNTH) diese Programmnummer mit einem anderen Sound überschrieben hast,
dann wird auch dieser andere Sound kommen. Es werden also keinerlei Infos über den zu spielenden Sound übertragen nur "Program Change" Befehle.
Ähnlich ists auch beim vorher erwähnten "MIDI DUMP": es werden dabei auch keine Infos über den eigentlichen Sound übertragen, sondern nur die Einstellungen sämtlicher Parameter genau dieses Gerätes.
Nur ein Gerät vom selben Typ kann sie verstehen, alle anderen werden wohl mit einer Fehlermeldung reagieren, wenn überhaupt.
Es ist also auch nicht so, daß Du Klänge "über den PC bereitstellst"
Von "Klänge IM PC bereitstellen könnte man reden, wenn man einen Software Sythy oder einen Software Sampler hat, ja sowas gibts auch, aber beides zusammen mit einem Sequencer in einem PC gleichzeitig
wird nach meinen Erfahrungen u.U. kritisch. Hab aber "nur" PII 400.
Nun ja, ich hoffe mal ich konnte Unklarheiten beseitigen...
Jetzt hast Du was zum Kauen für die Feiertage, mein X-Mas Geschenk unbekannterweise ;-)
Greetings
-Robert
PS: Auch Mauseingegebene Musik kann grooven, wenn Du sie mit der entsprechenden "Groove-Quantisierung" im Sequencer bearbeitest.
Das lohnt sich auch für alle mit Keyboard oder mit Midifizierten Weihnachtsbaum erzeugten Spuren :-)