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Re: Klassik-Midi-Partitur


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Geschrieben von Hans Georg (von: scenter.eb.tuebingen.mpg.de) on September 13, 2000 at 16:11:55 (IP: 192.124.26.115)

Als Antwort auf : Klassil-Digital-Partitur geschrieben von Uwe on September 11, 2000 at 09:11:04:

Ob die Sequenzierung klassischer Musik als Midifiles zu irgendetwas gut ist ...

Ich bin kein Musiker. Trotzdem würde ich gerne Aufbau und Struktur von Orchestermusik (oder auch nur einem Quartett) besser verstehen und habe mir dazu vor ein paar Jahren einmal ein paar gedruckte Scores angeschafft und versucht Musik mitzulesen (CD & Score). Nur wars mit denen immer noch schwierig, da sie nun mal statisch und unveraenderlich sind. Midifiles versprachen moegliche Verbesserungen in vielerlei Hinsicht:
- moegliche Vereinfachung durch beseitigung unnoetiger Komplikationen wie verschiedene Schluessel und Transponierungen.
- Variable Abspielmöglichkeit (verschiedene Instrumente isolieren, grafisch und klanglich hervorheben; verschiedene Geschwindigkeiten).
- Analysefunktionen harmonisch/motivisch

Meine ersten Erfahrungen mit meinem Sequencer/Notationsprogramm waren dann aber ernüchternd. Es war unmoeglich die gesamte Partitur auf dem Bildschirm darzustellen. Oft wurden leere Notenzeilen ueber den Monitor gescrollt, waehrend die gepielten Noten irgendwo hinter dem Bildrand unsichtbar vorbeizogen. Also erst recht nix zum mitlesen.

Man muesste wohl versuchen die ganze Partitur noch etwas zu komprimieren, Instrumente zu Gruppen zusammenfassen und nicht fuer jedes Floetchen eine ganze Zeile reservieren. Die erschwinglichen Bildschirme sind ja auch mittlerweile groesser geworden. Ich hab schon ziemlich ernsthaft ueberlegt selber ein Programm zu schreiben. Aber der Aufwand ist schon enorm, wenn man es nur mal so zum Spass in der Freizeit machen will.
Aber soviel ich weiss gibt es sowas noch nicht. Normale Sequencer und Notationsprogramme zielen doch auf was anderes ab. (Vielleicht habe ich zuwenig damit gemacht, aber ich finde diese Programme haben auch eine andere Bedienungsideologie und Denkweise, als das, was ich mir wuenschen würde.)

Ich denke, professionelle Musiker würden so ein Tool wahrscheinlich weniger benoetigen, weil die ja mit den herkoemmlichen Methoden bereits selbstverständlich zurechtkommen. Ausserdem ist es ja wohl die Spieleindustrie, die bestimmt, welche Standards fuer die Freunde der klassischen Musik angeboten werden, bzw. nebenher abfallen. Kein Wunder wenn dieser "technisch konservativ geprägte Bereich" nicht gleich darauf abfährt. Wenn man mit Interesse an klassischer Musik in diesem Midi-Forum "mitliest", bleibt man ja auch nicht von dem Gefühl verschont, dass man irgendwie am falschen Ort ist.

Dass bei alledem ein v-o-l-l befriedigender Klang erzeugt werden kann, hatte ich mir gar nicht erhofft. Gut sequenzierte Midifiles helfen aber sicherlich, um ein "halbwegs anstaendiges" Ergebnis zu erhalten. Ansonsten bleiben entweder teure Synthesizer, oder man wartet bis die Computer noch schneller werden. Mit Softwaresynthesizern kann man sich dann ja auch vom Midi-Standard loesen, bzw von dessen Beschränkungen.

(NB: 32 - Kanal Midifiles gibt es ja, auch wenn es im Standard nicht vorgesehen ist. )


hg



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